Wir verlassen Uspallata auf der 149 Richtung Norden. Nach wenigen Kilometern treffen wir auf ein neu erbautes Café mit Hotel Pukarainka www.pukarainka.com, sehr hübsch und da die weitere Strecke wohl sehr einsam wird nehmen wir gleich mal einen Kaffee zu uns. Die Dame ist sich aber ihres Alleinstellungsmerkmals sehr bewusst und entsprechend sind die Preise. Nach 25 km hört der Teer auf und wieder heißt es Sand und Schotter meistern und dem Wind trotzen, der natürlich von vorne kommt. Zum Mittagessen gibt es dann Köstlichkeiten aus dem Maggi Kochstudio. Zu unserer Überraschung beginnt nach weiteren 40 km eine nigelnagelneue Teerdecke. Wow! Welche Freude! Bei km 86 schlagen wir unser Zelt hinter einem Erdwall auf, stärken uns wieder mit Tütenfutter und genießen einen gigantischen Sternenhimmel. Zum Frühstück begrüßt uns dann ein Fuchs. Wir rollen 38 km durch die staubige, steinige Wüstenlandschaft und plötzlich finden wir uns in einer saftig grünen Oase wieder: Barreal. Überall Trauerweiden, Pappeln und üppig blühende Rosen. Welch ein Gegensatz zu den letzten Tagen. Im Ort findet gerade ein Radrennen statt, bei dem so richtig zur Sache geht, und das Ganze natürlich mitten im normalen Verkehr! Wir übernachten in der traumhaften Posada La Querencia. (Mittlerweile leider geschlossen). Obwohl wir vor Staub und Dreck nur so strotzen werden wir von der Hausherrin Adela umarmt und geküßt, als wären wir Familienmitglieder.
Wir nehmen uns einen guide, der uns durch die Pampa Leoncito führt, eine brettlebene, ausgedörrte Salzwüste und uns dann hinauf zum Observatorium Casleo bringt. Im Norden Argentiniens und Chiles stehen die größten Observatorien der Welt, weil die extrem trockene, glasklare Luft und praktisch immer wolkenfreier Himmel beste Bedingungen zum Sternegucken bieten. Ja, an 360 Tagen ist der Himmel über Barreal wolkenlos nur wenn wir hier sind zieht ein Riesengewitter auf und nix wird es mit der Himmelsbeobachtung. Mist.
Am zweiten Tag in Barreal fahren wir nochmal in die Pampa Leoncito, diesmal zum Windsegeln. Ab sechs Uhr abends weht (angeblich) immer ein starker Wind von Süden her. Dieser Wind wird el conchabado, der Angestellte, genannt, weil er so pünktlich ist. Bei uns verspätet er sich allerdings sehr und wir denken schon fast, dass wir auch heute unverrichteter Dinge abziehen müssen, als es dann doch noch anfängt leise zu wehen, langsam immer stärker und bald wirklich stürmisch. Und wir sausen mit unserem Windcart über die beinharte Ebene. Wirklich ein Riesenspaß!
Es ist bereits stockfinster als wir zum Abendessen ins Lokal "El Aleman" www.elalemanbarreal.com.ar radeln und der deutsche Wirt erkennt in uns sofort Landsleute, weil wir das Licht an unseren Rädern eingeschaltet haben, Argentinier hätten nicht mal eins.