Wir verlassen Barreal und radeln auf der RN149 entlang des grünen Tals des Rio de los Patos zur imposanten Felsformation des Cerro Alcazár und weiter in ständigem leichten Auf und Ab bis Calingasta. Die Stadt ist voll mit Minenarbeitern und wir ergattern nur mit Mühe ein Zimmer. Am nächsten Morgen geht es weiter durch saftig grüne Täler, wo Wein und Obst angebaut wird, in Puchuzún und Villa Nueva gibt es jeweils einen Kiosk, wo wir uns nochmals stärken können. 44 km nach Calingasta biegen wir auf die RN412 ab, hier endet die Teerstraße und es beginnt eine Schotterstrecke der heftigsten Art. Immer wieder ist Schieben angesagt. Peter möchte umdrehen, aber das ignoriere ich einfach und stapfe weiter. Es bleibt ihm nichts anderes übrig als mir zu folgen. Bei km 62 auf ca. 2100m Höhe schlagen wir unser Zelt auf und laben uns wieder an unseren Fertiggerichten. Zumindest ist es sehr ruhig, den ganzen Tag über sind uns genau ein Auto begegnet.
Die 412 ist auch am nächsten Morgen keinen Deut besser und auf weiteren 15 km geht nur Schieben. Es herrscht absolute Stille, außer einem Fuchs und ein paar Eidechsen begegnet uns niemand. Nach 20 km wird es auf einmal grün und wir erreichen Totoca. Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen und ein paar Hunde und eine Gendarmeriestation! Hier werden unsere Pässe kontrolliert und alles fein säuberlich notiert. Was die Polizisten den ganzen Tag treiben ist uns ein Rätsel. Auf den letzten 80 km sind uns zwei Autos entgegen gekommen. Von hier bis Iglesias liegen noch 30 km Schotterpiste vor uns, aber wenigstens geht es bergab.
Ich habe schon von zu Hause aus versucht für uns eine Übernachtung in der Posta Kamak http://postakamak.yolasite.com zu organisieren, aber Liliana schrieb mir sie seien voll, wir sollten aber vorbei kommen, sie würden was anderes für uns suchen. Als wir auftauchen ist von anderen Gästen keine Spur zu sehen, ein Schild sagt cerrado - geschlossen und alles wirkt noch ein wenig chaotischer als vor zwei Jahren. Die beiden haben natürlich nichts für uns organisiert, können sich aber noch gut an uns erinnern und fragen uns auch gleich nach Josef und Erni, die damals mit dabei waren. Während wir was trinken, bricht auf einmal Hektik aus, Möbel werden hin und her getragen, es wird geputzt und dann haben wir doch ein Zimmer. Guido kocht mächtig auf und wir genießen die wunderbare Atmosphäre in diesem beschaulichen Winkel.
Ein paar km weiter gibt es noch eine Posada "Bella Verde", etwas versteckt und nicht minder chaotisch, aber mit phantastischem Essen und selbstgebrauten Bier.