51 km nach der Passhöhe befindet sich die Grenzstation Juntas de Toro und von dort sind es noch weitere 90 km bis Vicuña. Die einzige Möglichkeit Geld zu einem grottenschlechten Kurs zu wechseln bietet ein schlitzohriger Grenzbeamter, aber immerhin haben wir jetzt ein paar chilenische Pesos, sollte es irgendwo einen Kiosk oder gar ein Restaurant geben. Gleichmal vorneweg, es gibt einen in Huanta, aber der hat praktisch nichts. Immerhin können wir eine kalte Cola erstehen. 

Die Grenzabfertigung dauert, denn alles wird genauestens untersucht, dann haben wir endlich wieder Teer unter den Reifen. Dank Gegenwind hält sich der Genuss der Abfahrt allerdings wieder sehr in Grenzen.

In Vicuña quartieren wir uns für dreiu Nächte in der kleinen Pension von Rita Klamt ein und versuchen erst einmal den Dreck und Staub der letzten fünf Tage von unserer Kleidung und uns selbst zu kriegen. Im Club Social de Elquí dann endlich wieder was Gutes zum Essen, ein kaltes Bier und einen Pisco Sour. Herrlich.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings der chilenische Kaffee: es wird eine Kanne heißes Wasser und eine Dose Nescafé serviert. Vicuña bietet nicht viel, aber von dort führt eine kleine Straße in das malerische Elquí Tal, wo sehr viel Wein angebaut wird. In Pisco ElquÍ (hin und zurück bis Vicuña 82km) besuchen wir die Distillerie Mistral. Großartiges Ambiente, der beste pisco sour der Reise, mittelprächtiges Essen.

Am Abend dann ein wirkliches Highlight. Wir fahren mit dem Bus zum Observatorium Mamalluca und erhalten ausführliche Informationen zu den Teleskopen und zum Sternenhimmel. Jupitermonde, Tarantulanebel, Magellanwolke und Millionen Sterne, ein unglaubliches Erlebnis.