Für 25 Bolivianos, das sind ca. 3 € (Stand Sept. 2014), fahren wir mit einem bis unters Dach vollgestopften Klapperbus nach Copacabana am Titicaca See. Von El Alto aus geht es zunächst durch eine wenig attraktive, dicht bebaute Gegend. Uns ist allerdings nicht klar, ob hier noch gebaut wird oder alles schon wieder dem Verfall preisgegeben wird. Auf jeden Fall hat die bolivianische Regierung wohl eine Hygieneoffensive gestartet, denn überall stehen genormte Klohäuschen.
Allmählich wird die Landschaft ansprechender, im Hintergrund zeigen sich die schneebedeckten Gipfel der Kordillere und bald bieten sich spektakuläre Ausblicke auf den höchst gelegenen, schiffbaren See der Welt (3.810 müM). Hier liegt auch die bolivianische Flotte. Man hofft immer noch irgendwann wieder einen Zugang zum Meer zu bekommen, den es im Salpeterkrieg an Chile verloren hat.
Copacabana ist ein sehr touristischer Ort. Am Wochenende kommen die Indios der ganzen Gegend mit ihren mehr oder weniger fahrtüchtigen Autos hierher um diese segnen zu lassen. Dazu werden sie erstmal mit Blumen und Girlanden, Hütchen und allem möglichen Schnickschnack geschmückt, mit Sekt begossen und dann vom Pfarrer gesegnet. Wahrscheinlich ist dem Weihwasser etwas Klebstoff beigemischt, damit die Karosserie noch ein bisschen zusammenhält.
Kulinarisch bietet der Ort alles was das Herz begehrt. Den Sonnenuntergang kann man mit einem Cocktail oder Pisco sour auf einer der vielen Dachterrassen genießen. Es ist aber Vorsicht geboten, zuviel Drinks sollte man sich nicht genehmigen, denn die Terrassen sind in keinster Weise gesichert, ein falscher Schritt und man landet fünf Meter tiefer auf der Straße.