Vietnam Airlines bringt uns nach Hanoi, in die Hauptstadt Vietnams, von wo aus wir unsere Reise starten wollen. Wir radeln direkt vom Flughafen aus in die Stadt zu unserem bereits gebuchten Hotel in der Hang Be Street www.classicstreet-phocohotel.com und stürzen uns danach gleich ins Getümmel der Altstadtgassen, umrunden den Hoan Kiem See mit seinem berühmten Schildkrötentempel, besuchen den Nguyen Thai Hoc, den Literaturtempel, der 800 Jahre lang das Zentrum für konfuzianische Bildung war. Ho-Chi Minh entzieht sich allerdings unseren Blicken, sein Mausoleum ist geschlossen und wir können auch nicht herausfinden warum oder wann es wieder aufmacht. Der Verkehr ist natürlich, wie in asiatischen Städten üblich, ziemlich höllisch und Radfahrer sind hier längst in der Minderheit, aber auf wundersame Weise kommt man doch heil durch das irrsinnige Gewusel.
Schwer beeindruckt sind wir von einer überall auf den Plätzen ausgeführten Sportart "Jianzi" oder shuttlecock, eine Art Badminton, allerdings wird der Federball nicht mit einem Schläger sondern mit den Füßen geschlagen, unter absolut akrobatischen Verrenkungen.
Wir essen köstliche spring rolls, fried vegetables and noodles in einer der zig Garküchen und sitzen dabei auf winzigen Kinderplastikstühlen, die eigentlich auch für die Vietnamesen zu klein sind, aber andere Möbel scheint es hier nicht zu geben. Obwohl wir beide vom gleichen Teller das gleiche Essen zu uns nehmen liegt Peter am nächsten Tag flach und so streife ich am nächsten Tag alleine durch die Stadt, zum kleinen Kloster Chua Ba Da, zur St. Josephs Kathedrale und durch die vielen lebhaften Märkte. Die Globalisierung hat übrigens auch in Hanoi schon voll Einzug gehalten, so gibt es unter anderem eine Segafredo Bar mit absolut perfektem Espresso.
Am vierten Tag schwingen wir uns endlich auf die Sättel und kämpfen uns raus aus der Stadt, allerdings kommen wir nicht weit, denn Peter geht es doch wieder schlecht und so lernen wir auch noch das French Hospital in Hanoi kennen. Dort wird er dann mit ein paar elektrolytischen Pülverchen versorgt und mit dem Rat viel zu trinken.
Am nächsten Tag nehmen wir dann den Bus nach Mai Châo, um etwas Zeit gut zu machen. Dieser entpuppt sich allerdings als LKW für "just-in-time" Lieferungen, wir sitzen eingequetscht zwischen Gartenstühlen, Schläuchen, Kanistern und Riesenschachteln und in jedem winzigen Dorf wird etwas zu- oder abgeladen. Als wir am Nachmittag endlich ankommen werden wir sofort von einem freundlichen Herrn in Empfang genommen, der uns die Vorzüge seines "homestays" in Ban Lac anpreist. Es erweist sich wirklich als sehr nett und so beziehen wir unser Zimmer im ersten Stock des Stelzenhauses, unter uns wohnen Ziegen, Hühner und Schweine, die sich die ganze Nacht lautstark unterhalten, aber wir bekommen hervorragendes Essen und am Abend noch eine Tanzaufführung.