In Viang Thong, einer kleinen Kreisstadt oder besser Kreisdorf, erwartet uns eine Überraschung. Schon vom Fenster unseres einfachen, aber blitzsauberen guesthouse sehen wir, dass auf der gegenüberliegenden Seite riesige Lautsprecher und Tische und Stühle (Kindergröße, wie überall) aufgebaut werden. Als wir vom Essen zurück kommen, übrigens mit den beiden Schweizern, die wir schon gestern getroffen hatten und die uns auch die nächsten Tage noch begleiten werden, ist bereits ein fröhliches Fest im Gange und ehe wir uns versehen sind wir mittendrin. Wir bekommen eine fantastische, gehaltvolle Hühnersuppe (leider die einzig gute auf der ganzen Reise) und einen selbst gebrannten Schnaps, der sofort alle Magen- Darmviren Südostasiens auslöscht. Mit Glücksbändchen ausstaffiert dürfen wir dann den Anlass des Festes kennenlernen: den zwei Monate alten Sohn des Gastgebers. Ein herrlicher Abend.

 

Wir radeln weiter durch herrliche, einsame Landschaften, vor allem im Phou Loei Nationalpark. Die einzige Übernachtungsmöglichkeit weit und breit ist in Sop Huan und der Hausherr lässt sich seine Alleinlage teuer bezahlen. Auf der Bank vorm Haus beobachten wir das Treiben auf der Straße, Kinder spielen Kung Fu Fighting, Babies werden gebadet, älteren Kindern Geschichten erzählt, eine Frau kommt mit ihrem Handwagen und verkauft Essen. Irgendwann kommt der Sohn des Hauses mit einem großen Pickup angefahren und so entsteht die Idee, ob wir den nicht für die Fahrt nach Nong Khiao anheuern könnten. Unsere Schweizer Freunde sind auch gleich dabei. Es folgen zähe Verhandlungen mit Hausherr und Sohn, die bei jeder Runde Rücksprache mit der Hausherrin nehmen, endlich gibt sie das ok und unser Transport ist gebucht. Das haben wir noch öfter erlebt, es scheint, dass in Laos die Frauen die Finanzen unter sich haben, mal musste bei Preisverhandlungen die Oma gefragt werden, mal die Tante, zum Kassieren wurde auch die Frau geschickt. Auf jeden Fall ist sich in Sop Huan jeder seiner Alleinlage bewußt und wenn sich einmal ein paar Touris in diese gottverlassene Gegend verirren werden sie gnadenlos abgezockt, aber wenigstens war das Essen ganz gut und reichlich.

Am nächsten Morgen werden Räder und Satteltaschen auf dem Pickup verstaut, der Hausherr nimmt ebenfalls auf der Ladefläche Platz und bekommt von seiner Frau noch ein Kissen unter den Po geschoben. Die drei Männer quetschen sich auf die Rückbank, ich darf vorne sitzen, was allerdings auch nicht sehr bequem ist, da die Rückenlehne im spitzen Winkel zur Sitzfläche steht. Und so hoppeln wir auf einer grottenschlechten Straße nach Nong Khiao.

Kulturschock! Überall westliche Touristen. Es hat aber auch Vorteile, denn hier gibt es passable Unterkünfte und etliche Restaurants, die auch etwas anderes als sticky rice bieten. Hier trennen sich die Wege. Unsere Schweizer Freunde fahren auf dem Nam Ou nach Norden, wir nehmen das Boot nach Süden und erreichen ca. fünf Stunden später Luang Prabang.