Wider Erwarten haben wir den Höllenritt runter zum KKH überlebt, es sind auch keine weiteren Satteltaschen verloren gegangen und unsere Räder sind auch noch da. So geht es weiter Richtung Gilgit. Im ersten Ort rennen ein paar Buben hinter uns her, ich schenke ihnen keine Beachtung, aber ein paar Kilometer weiter bei einem kurzen Stopp sehe ich, dass meine kleinen Taschen offen sind. Die Rotzlöffel haben mir zwei Fahrradschläuche geklaut. Meine Sympathie für pakistanische Kinder nähert sich dem Nullpunkt.

Kurz darauf treffen wir auf einen jungen Franzosen, der vor drei Jahren in Marseille zu Fuß(!)  aufgebrochen ist und mit seinem Rottweiler bis hierher marschiert ist. Er will noch weiter bis Indien und von dort nach Hause trampen. Wirklich toll was manche so machen.

in der 10.000 Seelen Stadt Gilgit überlappen sich die Gebiete der drei wichtigsten religiösen Strömungen Pakistans, Sunniten. Schiiten und Ismaeliten, was immer wieder zu Spannungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen führt. Um einigermaßen die Ordnung aufrecht zu erhalten patrollieren überall Soldaten, an den Zufahrten stehen Panzer und bewaffnete Wachtposten. Das sieht zwar alles etwas bedrohlich aus, aber insgesamt sind die Leute hier wieder um einiges freundlicher. Man sieht auch wieder Frauen auf der Straße.

In den Restaurants herrscht großer Andrang, denn alle warten darauf, dass der Muezzin zum Fastenbrechen ruft. Sobald die Sonne untergegangen ist darf gegessen werden. Es ist unglaublich in welch kurzer Zeit die üppigen Buffets leer geräumt sind.