Über eine abenteuerliche Hängebrücke verlassen wir Gilgit und fahren den Karakorum Highway weiter nach Norden durch das traumhaft schöne Hunza Valley, ein grünes, fruchtbares Tal mit vielen Orangenhainen. Die Bevölkerung hier gehört überwiegend der Glaubensgemeinschaft der Ismaeliten an, einer sehr gemäßigten Ausprägung des Islam. Die Menschen hier sind überaus freundlich und für pakistanische Verhältnisse auch relativ gut gestellt, was zum einen daran liegt, dass ihr Oberhaupt, der Aga Khan, sehr viel Geld (das er allerdings vorher von seinen Untertanen in Form von Steuern und religiösen Abgaben einkassiert hat) in die Infrastruktur steckt. So sieht man überall Aga Khan Schulen, Aga Khan Universitäten, Aga Khan Krankenhäuser, wobei die Gebäude dieser Einrichtungen natürlich schon eher der Größe eines deutschen Einfamilienhauses entsprechen. Zum anderen liegt es aber vielleicht auch daran, dass man hier auch arbeitende Männer antrifft!

Auf Empfehlung eines Schweizers wollen wir im Diran Guest House in Minapin übernachten und so kämpfen wir uns die grobe Schotterpiste zu dem winzigen Ort hinauf. Und auf einmal steht man in einem wunderschönen Garten mit Apfel-, Quitten-, Aprikosenbäumen und blühenden Rosenbüschen. Wir werden gleich mit Tee begrüßt, genießen den Blick auf Rakaposhi und Dirhan und später gibt es auch ein sehr feines Abendessen.

 

Am nächsten Morgen geht es zurück auf den KKH und weiter bis Gulmit, wo wir im Hunza Marco Polo Inn  www.marcopoloinngulmit.com übernachten. Der Besitzer erzählt uns, dass nächstes Jahr 500.000 Chinesen kommen sollen, um den KKH auszubauen. Die Vermesser haben wir ja schon mehrfach gesehen. Auch der Erweiterungsanbau, den uns der Hausherr voller Stolz zeigt wird von Chinesen erstellt, weil die Pakistani faul sind! O-Ton Hotelier!

 

Nach einer schweinekalten Nacht machen wir uns auf den Weg nach Sost, unserer letzten Station, bevor wir den Pass in Angriff nehen. Entlang der Strecke bieten sich immer wieder gigantische Ausblicke auf die umliegenden Bergriesen mit ihren gewaltigen Gletschern. Die Leute hier sind überall sehr freundlich und aufgeschlossen, welche Wohltat im Gegensatz zu Kohistan.

Sost ist ein ziemlich trostloses, heruntergekommenes Straßendorf mit Blechbuden entlang der Straße. Hier decken wir uns ein mit Proviant für die zwei Tage Anstieg zur Passhöhe und wollen uns in der Polizeistation das permit für die Strecke holen, wie wir es im Internet gelesen haben. Die Polizisten wissen aber nichts von einem permit und sagen wir sollen einfach zu fahren. Na, lassen wir uns mal überraschen.