Die Fahrt zurück nach Gilgit kommt mir diesmal noch schrecklicher vor als das letzte Mal. Ganz extrem nerven die Kinder mit ihrem ständigen, zornigen Gebrüll nach "rupees" und "pen". Von ihren indischen Altersgenossen könnten sie lernen, dass man mit dem Wort bitte und einem freundlichen Lächeln sehr viel weiter kommt. Aber auf Lachen scheint hier sowieso eine harte Strafe zu stehen, man sieht auf jeden Fall nur Zornesfalten.

Die Tortur durch Kohistan zurück nach Besham wollen wir uns auf jeden Fall nicht mehr antun und buchen daher eine Busfahrt. Obwohl alles gebucht und bezahlt ist dürfen wir unsere Räder erst nach einer extra Portion bakschisch auf das Busdach hieven. Dann rumpelt der Bus siebeneinhalb Stunden den KKH entlang bis zu unserem Ziel Besham. Gerade als wir die Rana Lodge erreichen bricht ein gewaltiges Gewitter los. Kein gutes Omen für morgen.

Und genauso soll es kommen. Die Straße nach Mingora, laut PTDC in perfektem Zustand, entpuppt sich als Schlammpiste, an einer Stelle müssen wir wegen Bauarbeiten eineinhalb Stunden warten. Die Kinder toppen an Boshaftigkeit alles bisher Erlebte und die Erwachsenen sind keinen Deut besser. Peter rastet ein paar Mal leicht aus, was natürlich eher kontraproduktiv ist, aber irgendwann kommt man halt mal an seine Grenzen.

Wir kämpfen uns 45 km bergauf, aber die Passhöhe ist noch 30 km entfernt, da kommt zu unserer Rettung ein Polizeifahrzeug. Sie laden uns samt Rädern und Gepäck auf ihren pickup und karren uns bis zur Passhöhe, wo ihr Zuständigkeitsgebiet endet. Dort organisieren sie für uns einen Weitertransport per LKW nach Mingora. Polizisten und Soldaten sind in dieser Ecke des Landes wirklich die einzigen, freundlichen Menschen.

Die Angestellten des PTDC Hotels in Mingora zeichnen sich dann auch nicht durch übermäßige Herzlichkeit aus, aber wir sind wenigstens im Trockenen und genießen sogar eine lauwarme Dusche. Der Abend endet dann doch noch versöhnlich, denn im Serena Hotel erwartet uns ein reichhaltiges und sehr gutes Buffet mit perfektem Service.